Reisebericht November 2014

Puerto Pyramides --> Puerto Madryn (10 Nächte Apartment, 2 Nächte Camping) --> Rada Tilly bei Comodoro Rivadavia (zwei Nächte) --> Puerto San Julian (1 Nacht) --> Güer Aike bei Rio Gallegos (1 Nacht) --> Rio Grande (1 Nacht) --> Tolhuin (1 Nacht) --> Ushuaia (13 Nächte)  insgesamt 1.900 km

 

Im November haben wir alle Hände voll zu tun, um uns vom Unfallschock und den Reise- bzw. Windstrapazen auf der Ruta 3 zu erholen. Aufenthaltsschwerpunkte sind Puerto Madryn und Ushuaia. Die Stadt Puerto Madryn mit seinen ca. 70.000 Einwohnern lernen wir besser kennen, als es uns eigentlich lieb ist. Neben Marios kleinem Metallbaubetrieb, wo wir natürlich täglich hingehen und unseren Bankbesuchen ist der ACA-Campingplatz unsere erste Adresse. Dort bekommen wir abends von Wolfgang und Anke und Lothar und Martina jede Menge Trost und Aufbauhilfe, die wir so sehr brauchen. Die vielen Rückmeldungen auf unsere Blog-Einträge, die vielen E-Mails und Einträge in unser Gästebuch tun ihr übriges, um uns Mut zu machen, unsere Reise fortzusetzen. Auch von uns unbekannten Leuten kommt jede Menge Aufbauhilfe. An dieser Stelle nochmals ganz, ganz herzlichen Dank dafür. Ihr wisst gar nicht, wie uns das geholfen hat. Mario und seine Jungs schaffen in sieben Arbeitstagen ein kleines Wunder und bringen El Gordo wieder in (Reise-)Form. Wir wagen den Absprung und geraten auf der Ruta 3 vor allem auf der Pampa Salamanca in höllische Windverhältnisse, die uns das Fahren sehr, sehr schwer machen. Aber wir schaffen es, über die oben genannten Stationen und nach Überquerung der Magellanstraße mit einer Fähre am 19.11.2014 Ushuaia zu erreichen. Nach der ziemlich häßlichen Stadt Rio Grande, wo wir mal wieder nach stundenlanger Sucherei an einer YPF-Tanke doch noch einen sehr guten, windgeschützten Stellplatz finden, ändert sich nach und nach das Landschaftsbild. Aus der Pampa werden verkrüppelte kleine Wälder, die sich zu ausgesprochen dichten und grünen Südbuchenwäldern mausern. Es ist Frühling in Feuerland, alles ist frisch grün, der Löwenzahn blüht und vieles mehr. Und auch wir blühen förmlich auf. Endlich präsentiert sich Feuerlnd so, wie wir uns es vorgestellt haben. Unsere letzte Nacht vor Ushuaia verbringen wir am Ufer des über 100 km langen türkisfarbenen Sees mit dem Namen Fagnano auf einem pitoresken Campingplatz, dessen Betreiber sich der darstellenden Kunst verschrieben hat und auch ansonsten ein ausgesprochen fröhlicher und sympathischer Mensch ist. Die Argentinier haben wir nicht nur wegen der tollen Hilfe nach unserem Unfall zu schätzen gelernt. Nein, auch sie sind im alltäglichen Leben in der Regel sehr freundlich und den Menschen zugewandt. Eine deutliche Ausnahmen sind in diesem Land die Banken, die den Leuten das Geldbesorgen reichlich schwer machen. Falls überhaupt, spucken die Geldautomaten fast immer nur 1.000 Pesos aus, also keine 100 €. Benötigt man, wie wir, einen größeren Geldbetrag, geht das Bankenroulette los. Häufig sind die ATM leer und viele Leute versuchen, an Geld zu kommen. In den Banken ist während der kurzen Öffnungszeiten immer Hochbetrieb, sofern man überhaupt vorgelassen wird. Es macht absolut keinen Spaß, diese arroganten Bankfuzzis anzubetteln. :-((

 

Schon am 19.11. treffen wir zufällig auf der Straße in Ushuaia unsere beiden Freunde Thomas B. aus Hannover und Thomas S. aus Heidelberg. Ist das eine Freude, die beiden zu sehen. Für die vier gemeinsamen Tage haben sie sich ein tolles Programm ausgedacht. Wir besuchen den Parque National Tierra del Fuego, wo die Ruta 3 endet und es nur noch auf dem Wasserweg weitergeht, die von den Nachfahren der Gründer, namens Bridges, hervorragend konservierte Estancia Harberteon und unternehmen eine stundenlange Bootstour auf dem Beaglekanal, sehen viele Seelöwen und kehren erst an der Estancia Harberton, jetzt vom Wasser aus zu sehen, um.

Vervollständigt wird die Tour vom Besuch einer kleinen Insel, auf der eine Kolonie Magellanpinguine lebt.

 

Abends sitzen wir auf unserem Campingplatz am Rio Pipo zusammen, bekochen unsere Freunde mit Essen, das  nach heimatlichen Rezepten kreiert und gerne angenommen wird, trinken ein paar Bierchen und erzählen uns solange etwas, bis wir müde werden. Gabi und Willi aus Paderborn, die von Ushuaia aus, die Antarktis besuchen wollen, ergänzen die abendliche Runde. Irgendwie sind wir ziemlich traurig, als sich unsere Freunde verabschieden müssen. Auch Ute und Volker aus Stuttgart schlagen inzwischen hier am Rio Pipo auf, um sich ebenfalls auf die gebuchte Reise in die Antarktis vorzubereiten. Die 13 Tage vergehen hier wie im Flug, angefüllt mit Aufgaben, die wir täglich erledigen müssen. Unser Nissan bekommt eine Inspektion, ein Zahnarztbesuch steht an, ein besonderes Vergnügen der eher zweifelhaften Art. Wir bereiten El Gordo auf die Weitereise vor, auf die wir uns am Dienstag, dem 02.12. begeben wollen und die uns an die viele Traumziele der Anden führen soll. Wir sind schon ganz gespannt, wo wir Weihnachten und Sylvester stehen und mit wem wir anstoßen werden. Das steht dann im Reisebericht für den Dezember.

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