Ushuaia --> Rio Grande (1 Nacht) --> Porvenir (1 Nacht) --> Puerto Natales (2 Nächte) --> Torres del Paine (4 Nächte) --> El Calafate (3 Nächte) --> Lago Roca/Perito Moreno Gletscher (4 Nächte) --> El Calafate ( 3 Nächte) --> El Calten/Fitz Roy (6 Nächte) --> Gobernador Gregores (1 Nacht) --> Städchen Perito Moreno (2 Nächte) --> Puerto Rio Tranquilo (4 Nächte) --> CP Los Torres del Simpson, 40 km westlich Coihaique (bis zum 05.01.15 4 Nächte)      Insgesamt ca. 2.700 km

 

Eines kann man über Argentinier und Chilenen nicht sagen, nämlich dass sie Weicheier oder Warmduscher sind. Unter welchen Witterungsbedingungen hier Alt und/oder Jung Camping betreiben, nötigt einem Respekt ab. Egal ob es stürmt, regnet oder die Temperaturen sich im einstelligen Bereich befinden, es werden unverdrossen fröhlich die Zelte aufgebaut und die Berge erobert. Da sitzen wir schon mal eher gemütlich in unserer Kabine und warten auf bessere Bedingungen. Wir haben allerdings auch jede Menge Zeit. Unser Reisetempo hat sich inzwischen deutlich verlangsamt. Aber wie immer der Reihe nach.

 

Nachdem wir Ushuaia Adieu gesagt haben, müssen wir wieder auf dem selben Weg zurück, den wir gekommen sind. Schöne Berglandschaften und Gewässer werden nach und nach von öder Pampa abgelöst. Im immer noch hässlichen Rio Grande schlüpfen wir wieder bei der uns schon bekannten windgeschützten YPF-Tanke unter, um dort zu übernachten. Da der Wind nicht so stark werden soll, entscheiden wir uns nicht, die kurze Fähre über die Magellanstrasse zu nehmen, sondern die wegen des häufig anzutreffenden heftigen Seegangs berühmt berüchtigte Fähre von Porvenier nach Punta Arenas. Und wir haben Glück, keiner der Mitreisenden (jeder Sitzplatz ist besetzt) muss zur Tüte greifen. Nach knapp drei Stunden erreichen wir wohlbehalten Punta Arenas. In Porvenir auf der Feuerlandseite der Magellanstraße konnten wir übrigens bei einem Fischer 1 kg Centolla-Meat für umgerechnet 20 € ergattern. Ein junger Mann gab uns den Tipp, einfach mal an einer Tür der eher armseligen Häuschen am Fähranleger zu klopfen und danach zu fragen. In D kostet ein Kilo King-Crab-Fleisch locker sechs bis sieben mal so viel und ist natürlich nicht so wie hier frisch aus dem Meer. Zuerst fragten wir den seine Haustür öffnenden Fischer nach Cebollas. Mit fragenden Blicken schleppte der Fischer zunächst einige Zwiebeln (Cebollas) an. Was lief hier wohl verkehrt? Klaro, King-Crab heißt Centolla und Zwiebeln Cebollas. Korrektur, und schon hielten wir ein Kilo Centolla in den Händen. Wer schon mal King-Crab gegessen hat, weiß, dass man dafür jeden Hummer stehen lässt. Abends gabs dann Völlerei mit Spagetti und Centolla satt. :-)

Eigentlich ist Punta Arenas ein paar Tage Aufenthalt wert, bietet leider aber so gut wie keinen akzeptablen Stellplatz. Insofern versorgen wir uns lediglich mit Lebensmitteln und allem, was wir sonst noch so benötigen. Wir sind wieder in Chile und stürzen uns in den nächsten großen Supermarkt, der eine deutlich größere Auswahl als die Anonimas (kennt man einen, kennt man alle) in Argentinien zu bieten hat.

Die Stadt Puerto Natales ist unser Ziel, Tor zum berühmten und stark frequentierten Nationalpark Torres del Paine.

Der kleine Hinterhof-Camping ist zwar lausig, aber immerhin zentral gelegen. Entsprechende Deko in der Stadt erinnert uns daran, dass Weihnachten vor der Tür steht. Und wir finden eine Pizzeria, deren Pizzas es locker mit denen in Italien aufnehmen können. Was für ein Unterschied zu den Gummipizzas in Argentinien.

Der NP Torres del Paine ist wirklich mächtig imposant und beeindruckt uns sehr, wirkt allerdings auf uns nicht wirklich einladend. Zunächst Sonne, blauer Himmel und Wärme, dann Regen, Kälte und heftigster Sturm, so stark, dass wir mal wieder mit Blood, Sweat and Tears über die steilen, kurvigen und engen Schotterpisten durch die Berge fahren. Am Wasserfall Salto Grande fegt uns der Sturm fast hinweg. Andere Reisnende erzählen uns, dass sie sich an diesem Tag dort nur noch auf allen Vieren fortbewegen konnten. Der kostenlose Camping am Lago Azul empfängt uns mit einer Überraschung. Es stehen dort schon Tibor und Petra mit ihren drei kleinen Kindern David, Tobias und Paula. Groß ist die Wiedersehensfreude. Wir werden uns in Zukunft noch an vielen anderen Plätzen treffen. 

Nach vier Tagen und sehr wechselhaftem Wetter im NP Torres del Paine entschließen wir uns, nach El Calafate weiterzufahren, also wieder nach Argntinien einzureisen. El Calfate ist, so wie Puerto Natales das Tor zum Torres del Paine ist, das Tor zum berühmten Perito Moreno Gletscher, der zum NP Los Glaciares und nicht zum NP Perito Moreno gehört, der weit von hier entfernt liegt. Nach einigen schönen Tagen in El Calafte, es ist Hochsaison und es sind viele Touristen in der Stadt und die Preise sind saftig, wechseln wir auf einen wunderschönen Campingplatz mit vorbildlichen Sanitäranlagen, traumhaft schön am Lago Roca gelegen. Hier bleiben wir vier Tage und unternehmen einen Ausflug zum ca. 60 km entfernten Gletscher Perito Moreno. Stundenlang schauen wir dem Gletscher zu, der haus- bis fußballgroße Eisklötze in den Lago Argentino kalbt. Selbst bei kleinen Stücken knallt das immer noch so laut, als wenn Kanonen abgefeuert würden. Sensationell !!

Zurück in El Calafate, wo wir nochmals drei Tage verbringen, geht es weiter nach El Chalten, dem legendärem Ort am Fitz Roy (3.405 m hoch). Das Gebiet um den Fitz Roy ist das Mekka für Wanderer, Trekkingtourer und Bergsteiger in Südamerika. Wir haben Glück, als wir den Fitz Roy in seiner ganzen Pracht bewundern können, nachdem wir nach einer stundenlangen Wanderung ihn sehen kriegen. Die meisten Besucher kriegen ihn im Gegensatz zu uns nicht zu Gesicht, da er fast immer in Wolken gehüllt ist. Da braucht man schon etwas mehr Zeit, um einen Tag zu erwischen, an dem er sich zeigt. So viel Zeit haben die meisten Touristen nicht. Wir bleiben über Weihnachten und sitzen Heiligabend mit unseren Östereichern (Tibor mit Familie), einer kleiner koreanischen Familie und noch einem deutschen Paar bei Sonnenschein, Wind und grüner Natur zusammen. Es macht allen viel Spaß.  

Doch so langsam reizt es uns, die berühmte Carretera Austral, die R 7 in Chile von Süd nach Nord zumindestens einige km zu befahren. Dafür müssen wir erst einmal wieder durch die argentinische Pampa über die Städtchen im Nirgendwo Gorbernador Gregores und Perito Moreno. Dort gibts nix zu sehen oder zu entdecken, aber Versorgung und wenigstens schlappes Internet. Dann gehts aber los. In Chile Chico (die argentisch-chilenische Grenze verläuft hier durch den auf der argentinischer Seite benannten Lago Buenos Aires, auf der chilenischer Seite heißt er Lago General Carrera) müssen wir uns im Supermercado für einige Tage versorgen. Beim Grenzübergang nach Chile dürfen nämlich viele Lebensmittel nicht mitgenommen werden. Vorher also alles wegfuttern, was nicht mit rüber darf, oder es wird an der Grenze einkassiert. :-(

Die Ruta 265 am Lago General Carrera ist zwar reine Schotterpiste, aber im relativ gutem Zustand und führt uns in vielen Kurven rauf und runter am See entlang durch eine atemberaubenden Landschaft. Unglaublich schön ist es hier. Sie mündet bei El Maiten auf die Ruta 7, der berühmten Carretera Austral, auf Befehl des Diktators Pinochet von 1976 an 20 Jahre lang von 10.000 Soldaten durch die Berge getrieben und heute eine der berühmtesten Abenteuerstraßen der Welt. Wir fahren bis zum Örtchen Puerto Rio Tranquilo, stellen uns auf den wunderschön gelegenen Campinplatz Pudu und wollen hier auch Sylvester verbringen und vor allen mit einem Boot die Catedrales de Marmol ansehen, die sich hier im See präsentieren und von außerordenlicher Schönheit sind.

Bilder folgen noch. Sylvester feiern wir also einsam für uns, ohne Böller und Sekt, aber mit einem von Gabi gekochten leckeren Menue und edlem Wein. Wir wandern und genießen die Natur, bleiben vier Tage und wollen weiter in Richtung Coihaique. Mehr davon dann im Januarbericht.     

 

 

 

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