Lebenszeichen

 

 

El Gordo wieder mal auf einem Schiff. Wieso das denn?

 

Sorry, dass wir Euch, unsere treuen virtuellen Reisebegleiter, so lange Zeit auf neue Berichte haben warten lassen. Unsere viermonatige Reiseauszeit im vergangenen Sommer haben wir genutzt, um mit Abstand zu den Amerikas noch einmal über das Für und Wider der Fortsetzung unseres Reisetraums nachzudenken.

Wir sind etwas reisemüde geworden. Nicht zuletzt hat wohl die monatelange Hitze nach dem Verlassen der Bergregionen Kolumbiens und die vor allem klimabedingte ziemlich zügige Durchquerung der zentralamerikanischen Staaten dazu beigetragen. Die "Wärme" haben wir eher ertragen müssen als genießen können. Das geht nicht allen Reisenden so. Im Gegensatz zu uns kommen viele Reisenden ziemlich gut damit zurecht.

Was haben wir uns auf Mexiko gefreut, nachdem wir von so viel Begeisterung über dieses Land in Berichten und Erzählungen gelesen und gehört hatten. Warum haben wir das nicht ebenso empfunden? Vielleicht liegt es daran, dass zumindestens die Teile Mexikos, die wir besucht haben, unserem Empfinden nach nicht mit den gewaltigen Eindrücken mithalten können, die wir in Südamerika gesehen und erlebt haben. Darüber hinaus war Mexico für uns das am schwierigsten zu bereisende Land unsere Reise. Ähnliches gilt für die von uns bereisten zentralamerikanischen Staaten. Hier waren es vor allem die außerordentlich nervigen Grenzübertritte, die zu meistern waren. Die USA haben wir zuvor schon drei mal besucht, sind seinerzeit die Pazifikküste entlang gefahren, immer mit Abstechern ins "Inland" zu einigen der großen und kleinen Nationalparks und Städten. Inselhopping auf Hawai, der Nordosten der USA, inkl. Niagara und New York und auch ein Vorstoß nach Kanada gesellten sich dazu. Versäumen würden wir deshalb nicht allzuviel. Natürlich gibts da noch vieles mehr zu entdecken. Aber das können wir immer noch ebenso gut von Südamerika sagen.

Insgesamt haben mehr Gründe dafür als dagegen gesprochen für die Entscheidung, unsere Reise in Mexiko abzuschließen. Wir stehen dazu, getreu unserem Motto auf der Reise "Alles geht, nicht muss!". Jetzt will erst einmal alles verarbeitet werden. Sicher ist schon mal, dass wir es nicht bereuen, diesen Traum umgesetzt zu haben. Was haben wir in den letzten 28 Monaten nicht alles erfahren dürfen, so viele uns zugewandte Menschen in insgesamt 14 Ländern getroffen und die teilweise atemberaubend schöne, so manches Mal aber auch raue und unerbittliche Natur erlebt. Ein Traum ist wahr geworden, der uns zwar so einige Male an unsere Grenzen geführt, nichtsdestotrotz aber auch gezeigt hat, dass solche Erlebnisse bewältigt werden können. Vor allem, wenn man so viel Unterstützung und Hilfe von Einheimischen und auch anderen Reisenden bekommen hat, wie uns zuteil wurde. Muchas gracias por todo.

Der Dank richtet sich natürlich auch an Euch treue Fans unseres Blogs. Ohne Eure vielen Rückmeldungen und vor allem ohne Euren Trost nach unserem Unfall auf der Peninsula Valdes wären wir nicht so weit gekommen. Das steht schon mal fest.      

Ein letzter Reisebericht, den wir bald einstellen wollen, garniert mit einigen Fotos aus Mexiko, soll die letzte Etappe unserer Tour dokumentieren. Am 16. Oktober sind wir zurück nach Cancun geflogen, haben unseren unversehrten treuen El Gordo wieder in Betrieb genommen und uns ein letztes Mal mit ihm auf dem amerikanischen Kontinent auf den Weg gemacht. Der Hafen von Veracruz, DIE mexikanische Hafen(millionen)stadt am Golf von Mexiko, war unser Ziel. Um dort hinzukommen, sind wir nochmal ca. 1.500 km durch die mexikanischen Bundesstaaten Quintana Roo, Yucatan, Campeche, Tabasco, Chiapas und Veracruz mit Umweg über die fantastischen im Dschungel gelegenen Mayaruinen in Palenque gefahren. Zum Abschluss gabs dann noch ein paar Strandtage in Cancun in der gigantischen Zona Hotelera, incl. der Erkundung einer mitten im Dschungel gelegenen Cenote mit Schnorchelausrüstung.

Der Bürokratiehorror, der im Rahmen der Verschiffung El Gordos von Veracruz mit Umladung in Galveston/USA nach Bremerhaven bewältigt werden wollte, wird noch so einige Zeilen füllen, die Ihr dann unter "Reiseberichte" finden könnt, Wir sind wieder Zuhause und warten sehnsüchtig auf unseren Dicken, der nun eine Woche vor Weihnachten in Bremerhaven aufschlagen soll. Hoffentlich mit einer dicken roten Schleife drumherum. Weihnachten steht ja vor der Tür. Warten wir es ab ..   

 

Im nächsten Blogeintrag noch ein paar Bilder als kleine Anmacher. Mehr davon findet Ihr dann an gewohnter Stelle unter "Fotos".     

 

         

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Kommentare: 1
  • #1

    Claudia + Chris (Montag, 19 Dezember 2016 15:28)

    Liebe Gabi, lieber Jürgen,

    Hut ab vor so einer Entscheidung; da gehört echt Mut dazu, trotz eines "Lebenstraums", die Pananmericana ganz zu befahren, abzubrechen. Aber Eure Gründe sind vielfältig. Und wie Ihr geschrieben habt, war es nicht immer einfach, manchmal vielleicht auch ein bisschen gefährlich, und deshalb freut Euch, wieder wohlbehalten zu Hause angekommen zu sein :-)) Gern hören und sehen wir Euch persönlich auf einem der zahlreichen "Kisten"-Treffen - das 1. ist nach Ostern in Andechs :-))))) Liebe Grüsse von Claudia und Chris(enpee)

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