So siehts aus..

Das dürfte eher eine Kleinigkeit sein.
Das dürfte eher eine Kleinigkeit sein.

Nach vier Tagen aufräumen und Schlamm und Dreck beseitigen haben wir heute Nachmittag eine kleine Ferienwohnung in Puerto Madryn bezogen. Zuvor waren wir nach einer 100 km langen, sehr vorsichtigen und langsamen Fahrt ohne Zwischenfälle bei der Nissan-Werkstatt angekommen, wo man uns sagte, dass wir am Montag wiederkommen sollen. :-( Heute ist Samstag. Das Auto zeigte auf der Fahrt beunruhigende heftige Vibrationen. 

Im Büro der Zimmervermietung treffen wir einen Englisch sprechenden Mann, der mitbekommen hat, was uns umtreibt. Er sagt, dass man die Nissanwerkstatt in Puerto Madryn vergessen kann und es sowieso nur zwei brauchbare Werkstätten in der Stadt gäbe. Eine davon sei die Peugeotwerkstatt, die seine Freunde betreiben. Na klar.. Er würde mich dorthin begleiten. Gabi muss ins Cafe, da ja nur zwei Leute ins Auto passen. Und Jürgen ist richtig lange weg und zwar so lange, dass sich die arme Gabi schon wieder schwere Sorgen macht. Und warum ist er so lange weg? Wir kommen in der sehr gut aufgeräumten und modernen Werkstatt an und sogleich stürzt man sich auf unseren El Gordo. Rauf auf die Hebebühne. Es folgt eine gründliche Untersuchung. Ich glaube, es war die Getriebeaufhängung (?), die auf der linken Seite ausgehakt war und die Gummipufferung außer Funktion setzte. Deshalb die heftigen Vibrationen. Man macht sich umgehend an die Arbeit und bringt das wieder in Ordnung. Der Nissan hatte nach dem sich auf die Seite legen einiges an Öl verloren. Klar war, dass es kein Motoröl war (zu sauber). Also wohl Getriebeöl, war die Meinung von zwei holländischen Weltreisenden (im 100 Jahre alten Ford T, als Cabrio versteht sich) schon in Puerto Piramides. Und jede Menge Trost gabs auch dazu. In der Werkstatt wird das geprüft und für richtig gefunden. Zwei Liter Getriebeöl werden reingepresst und El Gordo läuft wieder wie geschmiert. Fehlendes Getrieböl ist schon ernsthafterer Natur. Nicht mehr lange, und wir hätten uns wohl vom Getriebe verabschieden können. Und das wäre definitiv das Ende der Reise gewesen. Die Preise für Getriebe sind nämlich astronomisch hoch. Ansonsten werden keine technischen Probleme am Auto entdeckt. Und man will strikt keinen Peso von mir haben. Es bereitet eben einfach Freude, mir helfen zu können, wird mir gesagt. Ich kanns kaum fassen, dass es solche Menschen gibt.

Inzwischen organisiert der nette Argentinier einen Handwerker, der sich der Kabine annehmen will und gleich vorbeikommt. Wir sind für Montag um 9:00 h verabredet. Dann fahren wir zu ihm, setzen die Kabine ab und die Arbeit kann losgehen. Möbel ausbauen, Kabine reparieren und abdichten, Möbel wieder einbauen. Schaun wir mal, wie es wird. Nach so viel Pech, endlich mal wieder Glück. Für die Blechschäden, die zwar richtig fies aussehen, aber nicht existenziell sind, werden wir auch noch jemanden finden. Und für den weggefetzten Spiegel einen Ersatz auftreiben. Die Bilder zeigen, dass einiges an Arbeit auf uns wartet. Und innen sieht es wahrlich sch... aus. Vielleicht noch mal später ein paar Fotos vom Chaos.

     

Sieht fies aus, ist aber nicht wirklich entscheidend.
Sieht fies aus, ist aber nicht wirklich entscheidend.
Das bereitet die größten Sorgen. Holger, ist so etwas eine grundlegende Beschädigung/Veränderung der Kabinestruktur?
Das bereitet die größten Sorgen. Holger, ist so etwas eine grundlegende Beschädigung/Veränderung der Kabinestruktur?
Dieser Anblick bereitet ebenfalls keine Freude.
Dieser Anblick bereitet ebenfalls keine Freude.
Solche Macken dürften kein wirkliches Problem werden, vermute ich.
Solche Macken dürften kein wirkliches Problem werden, vermute ich.
Aus dieser Perspektive vielleicht etwas weniger schlimm? Die Tür funktioniert noch.
Aus dieser Perspektive vielleicht etwas weniger schlimm? Die Tür funktioniert noch.

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Kommentare: 8
  • #1

    Holger (Samstag, 01 November 2014 22:29)

    Hi,

    na das mit dem Auto scheint ja noch habwegs gut ausgegangen zu sein. Der etwas eckige Kotflügel ist ja nur halb so schlimm. Damit kann man auch weiter fahren, wer weis was sonst noch so kommt. Einen neuen Spiegel dran, und das ist wieder ok.

    Die Kabine sieht hinten aber nicht mehr so gut aus. Richtig reparieren kann man das vermutlich nicht mehr. Also bleibt nur den Schaden zu begrenzen und das Loch mit Blech zu verkleiden und gut abzudichten. Die Struktur der Kabine ist sicher beschädigt. Falls sich im Dachbereich Instabilitäten zeigen hilft dann nur das ggf. von innen mit Aluwinkeln o.ä. zu stabilisieren.
    Zurückdrücken kannst du die Lücke vermutlich nicht richtig. Wenn die Kiste dann dicht ist, könnt ihr auch weiter fahren. Nur absetzen würde ich die dann nicht mehr unbedingt.
    Am Alkoven siehts ja nicht so schlimm aus. Die Risse etwas abdichten und das sollte gut sein.

    Dann dann schaut mal was am Montag die Werkstatt sagt. Seid nur vorsichtig mit dem Absetzen, wenn überhaupt. Ich würde die Kabine lieber auf dem Auto lassen.

    Gruß, Holger

  • #2

    Jürgen (Samstag, 01 November 2014 23:03)

    Vielen Dank Holger für Deine Einschätzung. Die Aufnahmen für die Stützen machen einen guten Eindruck, und wir müssen die Kabine absetzen. Sie sitzt schief auf der Lädefläche, weil unter anderem zwei Spannschrauben unter die Kabine geraten sind und noch einiges mehr. Ein paar Paletten müssen also her. Mit dem Absetzen wird das ansonsten wohl eher nix werden. Bisher gabs noch keine Gelegenheit. Schätze mal, dass sich das auch nicht groß ändern dürfte. Ein Paar Schuhe von Gabi habe ich hinter dem Kühlschrank gefunden. Die Haken von drei Spannschrauben sind übrigens abgebrochen. Die Ösen an der Kabine und der Ladefläche sind aber unversehrt.
    Grüße von Jürgen

  • #3

    Rudi (Samstag, 01 November 2014 23:14)

    Hallo Gabi , Hallo Jürgen

    Zum Glück seid Ihr o.k.

    Alles ruhig angehen , es gibt sicher eine Lösung .

    Wie es ausschaut ist der Navara wieder o.k., bis auf ein paar Beulen , egal.

    die Kabine ist Schrott , also ist eine notdürftige aber praktikable und dauerhafte Lösung angesagt.

    den Schaden am Alkoven würde ich mit Gfk zu schmieren und fertig, damit alles dicht ist.

    am Einstieg Sikaflex oder was ähnliches reinspritzen und verpressen
    evtl. ein paar Schrauben einsetzen.

    das Heck hats böse erwischt,
    Abdeckleiste weg, Leiter weg , kalt zurück verformen (so weit es möglich ist)
    Alublech verkleben ,evtl. vernieten oder verschrauben.

    wie Holger schon schreibt , Absetzen wird wohl nicht mehr gehen.

    Lasst Euch nicht unterkriegen , die Optik hat etwas gelitten der Traum " muß " weitergehen.

    die besten Grüße und Daumen Drück Rudi

  • #4

    jürgen (Samstag, 01 November 2014 23:31)

    Danke für den Beistand Rudi. Ich hab noch mal ein Bild aus etwas größerer Entfernung angehängt.
    Vielleicht wirkt er da nicht ganz so schlimm, der Schaden oben rechts. Wir sind heute die 100 km geschlichen, weil die Kabine nur noch an einer Spannschraube hängt und ich die andere Seite etwas mit Baumarktspanngurten gesichert habe. Ich komme an die Ösen nur ran, wenn die Kabine runter ist. Da liegt viel Schrott unter. Die "Keller" waren voll gepackt. Es geht leider nicht anders. Später kann sie draufbleiben. Ich hoffe, wir kriegen das hin.
    Beste Grüße
    Jürgen

  • #5

    Rudi (Sonntag, 02 November 2014 00:02)

    Da hast du Recht , aus dieser Perspektive schauts nicht so wild aus.
    Wenn die Türe noch auf geht dann hast schon viel gewonnen.

    Das Dach ist natürlich verzogen, aber mit roher Gewalt kann man die Wand reinklopfen ,
    Alublech drauf kleben ,dann sollte es wieder gehen.

    Da bei der Tischer das Dach nur aufgesetzt ist , mal die Verbindungsnaht
    ringsrum genauer anschauen. Nicht das die hier undicht wird.

    Und warum Möbel ausbauen ??
    Zur Kabinenreparatur muß es nach meiner Einschätzung nicht sein.
    Kann man alles von außen erledigen.
    Außer die sind nur noch als Brennholz zu gebrauchen ??

  • #6

    Jürgen (Sonntag, 02 November 2014 00:50)

    Die meisten Möbel sind ca. 5 cm nach vorn gerückt. Die müssen wieder an die Wände. Die Holzschäden scheinen mir weitgehend reparierbar zu sein. Noch müssen wir uns Feuerholz kaufen. ;-)

  • #7

    Marita und Dirk (Dienstag, 04 November 2014 14:05)

    Hallo Ihr Lieben,
    gute Tipps und gute Wünsche habe Ihr schon so viele erhalten und zur Technik usw. könnte ich auch beim besten Willen nichts vernünftiges beitragen. Wie schön, dass Ihr vor Ort auf nette Menschen getroffen seit, die hilfsbereit und "anpackend" sind. Dass sind doch die Erfahrungen, die gerade in schweren Situationen wieder aufbauen und uns vorwärts bringen. Trotz des materiellen Schadens waren ganz offensichtlich mehrere "Schutzengel" im Einsatz, die Euch beide behütet haben. Wie gut zu hören, dass Ihr unverletzt geblieben seit. Schaut einmal, was wirklich machbar ist (Bastler und Allround-Künster gibt es überall) und nutzt die Unterbrechungszeit um neue Kraft zu finden. Wir hoffen sehr, dass eine Weiterfahrt möglich ist, auch wenn El Gordo dann "etwas" angekratzt und nicht mehr als strahlender Held der Landstraße weiter seine Dienste für Euch tut. Fahrt weiter, denn wenn Ihr jetzt mit einer "traurigen und schockierenden" Erfahrung aufhört, dann wird ein Neustart doppelt schwer. Wir wünschen Euch die Kraft und den Mut weiter zu fahren.
    Liebe Grüße aus dem verregneten Sauerland
    Marita

  • #8

    Ralf (Dienstag, 04 November 2014 18:00)

    „Strahlender Held der Landstraße“ ist aber so oder so zumindest euer Nissan. Der hat sich für euch über 100 km hinweg fast ohne Öl im Getriebe und von Vibrationen geschüttelt bis nach Puerto Madryn geschleppt.

    Hut ab! Auch mit argen Beulen an der rechten Seite ist euer Nissan in dieser Geschichte für mich der strahlende Held. Das hätte auch anders ausgehen können.

    Viele Grüße auch von Jeannette!

    Ralf

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