Zurück am Atlantik

Nach 3.000 km Fahrt über fast immer flaches (Farm-)Land, selten von spektakulären Views unterbrochen, sind wir zurück am Atlantik in Las Grutas angekommen. Gabis Verstauchung, ausdauernd gekühlt (wir haben Kühlakkus im Eisfach) und fleißig mit Diclofenac-Gel geschmiert, ist inzwischen so weit zurückgegangen, dass sie schon wieder eine kleinere Wanderung im Parque National Lihuel Calel bestreiten konnte. Es wird aber noch einige Zeit dauern, bis sie wieder voll einsatzfähig ist. Vielen Dank für Euer Daumendrücken und Eure Genesungswünsche. Besagter Nationalpark besteht aus einigen mehrere hundert Meter hohen Granitbergen inmitten der Pampa und lädt mit seiner sehr schönen Natur zum Wandern ein.

Das Wochenende zuvor verbrachten wir nahe der Stadt Santa Rosa im ca 50 km² großen Reserva Provincial Parque Luro und konnten dort hautnah erleben, was Argentinier so am Samstag und Sonntag bei schönem Wetter treiben. Nicht in den Baumarkt gehen ..  Im Zentrum des Parks stehen nämlich an die 50 Doppelgrillanlagen, die unter der Woche verwaist vor sich hin dümpeln. Aber am Wochenende ist ausnahmslos jeder dieser Grills von ganzen Groß- und Kleinfamilien oder Freundesgruppen belegt. Ganze Lämmer und Unmengen von Fleisch werden bis zum Mittag gar gegrillt und mit Bier, Wein und Softdrinks für die Kleinen heruntergespült. Und für uns gibts auch was ab. Chorizo im Brötchen. Lecker, aber leider viel zu fett. Aber anders als bei den Brasilianern gibts keine Beschallung mit Lautsprechern oder Auto-HiFi-Anlagen. Wenn Musik, dann wird selber musiziert und gesungen. Gegen 19:00 h wird eingepackt (der Park schließt dann nämlich für Tagesgäste) und schon stehen wir als Camper wieder mutterseelenallein auf dem Platz und genießen die Natur und Nachtruhe. Sogar ein Rudel Hirsche sehen wir und einen Graufuchs. Lärm machen ausschließlich die vielen grünen Papageien, die sich wohl viel zu erzählen haben und mindestens als Paar auftreten. 

Auf dem Weg nach Süden sehen wir auch unser erstes Gürteltier, das wieselflink (hätten wir nie gedacht, wie schnell die unterwegs sind) über die Straße flitzt. Laut Navi liegt die Gran Bayo de Gualicho, eine riesige Saline, die wir kurz vor der Küste durchfahren, über 60 Meter unter dem Meeresspiegel und soll der tiefste Punkt Südamerikas sein. Ein spektakulärer Anblick.

Unzählige Campingplätze soll es laut Reiseführer in Las Grutas geben. Stimmt sogar, nur sind, bis auf einen, alle anderen geschlossen. Es ist halt keine Saison. Nach langen Gesichtern sind wir froh, diesen einen gefunden zu haben und wollen ein paar Tage ausspannen und natürlich mal wieder Wäsche waschen und ähnliche nette Kleinigkeiten erledigen. Und wir stehen mal wieder alleine auf dem Platz.

Ein paar Worte noch zur argentinischen Service-Wüste. Will man etwas von der Bank, kommt man sich wie ein Bettler vor. Es ist wirklich schwierig, Geld zu besorgen. Selbst unsere US-$ will man nicht, die einem in Buenos Aires aus der Hand gerissen werden. Ausschließlich für unsere Kunden, so sagt man uns in der örtlichen Bank. Morgen müssen wir mal wieder ein paar km fahren, um an Geld zu kommen. Aber im Supermarkt funzt wenigstens die ganz normale EC-Karte (Maestro) mit PIN wie zuhause. Mit der VISA am ATM klappt es dagegen leider nur selten. Soll einer schlau daraus werden.  

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Ralf (Donnerstag, 23 Oktober 2014 14:24)

    Geld abheben scheint in Argentinien ja wirklich schwierig zu sein. Das hängt sicher mit der schwierigen wirtschaftlichen Situation und der noch nicht abgewendeten zweiten Staatspleite zusammen.
    Ich nehme an, ihr kennt diese beiden Links schon auswendig und dass sie euch nicht weiterhelfen?
    http://www.bargeldabheben.de/kostenlos-Geld-abheben-in-Argentinien.html
    http://www.visa.com/atmlocator/index.jsp

  • #2

    Jürgen (Donnerstag, 23 Oktober 2014 17:53)

    Haben eben an einem nullachtfuffzehn-Geldautomaten im Ort mit der Maestro problemlos ausreichend Geld ziehen können. Manchmal ist es sehr einfach, manchmal extrem schwierig. Vor allem wohl deshalb, weil unsere deutschen Karten mit Chips ausgerüstet sind, die hier häufig nicht akzeptiert werden. Übrigens merkt man nach wie vor von der Staatspleite nüscht. Alles geht seinen gewohneten Gang.

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